Historie

röm. Kaiser Augustus - geboren am 23.09.63 v. Chr. in Rom - gestorben am 19.08.14 n. Chr. in Nola bei NeapelDer Begriff der Pioniere lässt sich bis in das Altertum zurückverfolgen. Die Pioniere (lat. fabri) bekleideten bereits bei den Römern zur Zeit Kaiser Augustus bzw Gaius Octavius (63 v. Chr. bis 14 n. Chr.) unterschiedlichste Funktionen. Dazu gehörten Schmiede, Waffenschmiede, Schlosser, Schreiner, Zimmermänner, Tischler, Stellmacher, Vermessungstechniker, Zeltmacher, Sattler, Schuster, Töpfer, Ziegler usw. Sie bauten Straßen, Brücken, Wasserleitungen, reparierten Waffen und Geräte und versorgten die Truppe mit Eß- und Trinkgeschirr.
 

Schlacht im Teutoburger Wald im Herbst 9. n. Chr.Im Jahre 9 n. Chr. wurden sie als Bestandteil der römischen Legionen in der Varusschlacht im Teutoburger Wald in frühen Berichten des Caius Suetonius (gest. 140 n. Chr.) erwähnt. Das primäre Gerät dieser Abteilung war die Axt (lat. Dolabra), sie wird auch in heutiger Zeit bei Umzügen getragen, allerdings in modernerer Ausführung.

römisches Pioniergerät: die Dolabra, 53 cm lang aus Eisen (Quelle: Uni Osnabrück)
römisches Pioniergerät: die Dolabra,
53 cm lang aus Eisen (Quelle: Uni Osnabrück)

Napoleon I. - Kaiser der Franzosen - geboren am 15.08.1769 in Ajaccio auf Korsika - gestorben am 05.05.1821 auf St. Helena (Quelle: Erfurt-web.de)französische Sappeure in der napoleonischen ArmeeDer Korbacher Geschichtsforscher Louis Curtze (1807 - 1870) beschrieb einen Festzug des Freischießens um 1840 und erwähnte dabei die Sappeure. Da diese Gruppe in früheren Jahrhunderten nie erwähnt wurde, ist ihre Entstehung in der Zeit nach den Freiheitskriegen gegen Napoleon, also nach 1815 zu vermuten. Sappeure gab es in den Armeen Napoleons. Der Begriff stammt von den Sappen, befestigten Stellungen. Sie waren zuständig für den Lager- und Biwakbau, das Fällen von Bäumen, die Beseitigung von Hindernissen und die Errichtung von Schanzpfählen. Zusammenfassend: sie machten den Weg frei für die nachfolgende Infanterie.

Die nächste Erwähnung stammt aus dem Waldeckischen Anzeiger von 1879, der einen Bericht über das Korbacher Freischießen brachte und dabei auch die Sappeurkompanie unter der Führung ihres Hauptmanns, des Schreinermeisters Ludwig Trummel, erwähnte. Auf einem Foto von 1888 wurde die Gruppe erstmals abgebildet. Statt der Bärenfellmützen trugen die Männer mit den Schurzfellen einen Zylinder. Die Stärke der Gruppe betrug etwa zwölf bis fünfzehn Mann und ist damals nie viel größer gewesen.

Im Jahre 1891 war Zimmermeister Friedrich Bangert Hauptmann der Pioniere, wie die Sappeure jetzt genannt wurden. Er und der Maurermeister Illian wurden 1894 beauftragt, ein Pionierbataillon aufzustellen. Schurzfelle sollten bei den Sattlern Nord und Jutzi geliehen werden. Hierzu war es aber nie gekommen. Die Pionierkompanie ist immer recht klein geblieben. Sie hatte die Aufgabe, die Straßenbarrikaden wegzuräumen, die aus Spaß früher oft errichtet wurden. Dabei wurden manchmal "Sprengungen" mit Knallkörpern vorgenommen. Eine solche Unterbrechung des anstrengenden Festzuges gab dann Gelegenheit, schnell aus der nächsten Gastwirtschaft ein Horn Bier oder ein paar Schoppen zu holen.

Von 1909 bis 1927 war der Maurer Wilhelm Renner Hauptmann. Sein Nachfolger, der Zimmermeister Karl Kuhnhenn, stiftete ihm einen runden Silberschild, auf dem er hoch zu Pferde als Pionierhauptmann zu sehen ist. Er trägt den Zweimasterhut, den früher alle Offiziere beim Freischießen trugen und dazu Epauletten mit Fransen. Das Pferd war mit einem Laubkranz um den Hals geschmückt.

Im Jahre 1930 stiftete Schlossermeister Rudolf Linke einen Brustschild, zu dem im Lauf der Jahre mehrere Anhänger gestiftet wurden.


Freischießen 1930
Umzug über den Berndorfer Tor Platz
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Freischießen 1933
obere Reihe: ?, ?, ?, Wilhelm Nolte sen., ?
mittlere Reihe: ?, Rudolf Linke, Hptm. Karl-Kuhnhenn, Heinrich Schwelm, Karl Bläsing, ?, Heinrich Pflüger
untere Reihe: ?, Karl Westmeier, ?, Karl Truß
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Amtszeit der Pionierhauptmänner

1936 - 1939

Maurermeister Karl Westmeier

1952 - 1956

Wilhelm Nolte

1956 - 1961

Horst Stadler

1961 - 1970

Karl-Heinz Hehr

1970 - 1977

Waldemar Krüger

1977 - 1985

Franz Neubert

1985 - 2010

Uwe Neubert

2010 -       

Frank Müller

 

(Quelle: Festschrift zum 600jährigen Bestehen der Schützengilde - W. Hellwig, G. Österling, U. Grosche)


Dieter Grawitschky, ???, Uwe Neubert, Heinz Bertram, Karl-Heinz Hehr
Waldemar Krüger, Walfred Schilb, Franz Neubert, Hermann Krüger

Hauptmann Franz Neubert
Hauptmann Franz Neubert 

Freischiessen 1977 - Umzug über den Berndorfer Tor Platz
Freischiessen 1977 - Umzug über den Berndorfer Tor Platz 

vor dem Lebachschen Haus (heute Bücherei)
vor dem Lebachschen Haus (heute Bücherei) 

Umzug durch die Tränkestraße
Umzug durch die Tränkestraße 

Im Februar 1996 wurde die aussterbende Formation durch vierzehn ehemalige Mitglieder der Burschenkompanie neu belebt. Seitdem erfreut sich die Kompanie an stetigem Zulauf. Aktuell gibt es 34 aktive Mitglieder. (Stand: April 2013)