Auffrischung des Tylenturms am 2. Oktober 2008

Eine Auslese von Streichwilligen hat in den späten Herbsttagen des Jahres 2008 Pinsel und Eimer geschwungen, um den zahllosen Holzbalken des Tylenturms einen frischen Holzschutz zu verpassen. Es ließ sich dabei nicht vermeiden, dass bei den Überkopfarbeiten der Holzschutz an den Armen herunterlief oder direkt auf den Kopf tropfte. Ebenso wenig ließ sich der kurze Einblick in das gegenüberliegende Etablissement vermeiden, bis eine der Damen ruckartig die Gardinen zuzog und den acht Augenpaaren auf dem Turm somit weitere sehenswürdige Details verwehrte. Enttäuscht wurden die Pinsel weitergeschwungen, um die Arbeiten vor Einbruch der Dunkelheit zu beenden.

Die Bauzeit des Turms liegt in der ersten Häflte des 14. Jahrhunderts. Den Namen erhielt er von der Familie von Tylen, die damals in der Stadt Korbach einen Burgsitz hatte. Das untere Geschoss diente bis in das 18. Jahrhundert als Verlies für Verurteilte mit der Höchststrafe. Im August 1996 fiel der Startschuss für die Herrichtung. Die Stadt Korbach übernahm die Planung und Finanzierung. Ein Spendenaufruf der Schützengilde erbrachte zusätzliche 40.000 DM. Die Dominialverwaltung stiftete das benötigte Bauholz, welches der Zimmermeister Wiegand in Strothe verarbeitete und die damaligen Burschen an mehreren Abenden gestrichen haben. Das Deutsche Rote Kreuz stellte die Bruchsteine, die von einer Maurerkolonne des Lehrbauhofs verarbeitet wurden. Bei der Grundsteinlegung am Wehrgang waren neben Bürgermeister Wolfgang Bonhage u.a. die beteiligten Bauunternehmer Jürgen Weige, Karl-Werner Demmer und Klaus Fiedel zu sehen, der die Wetterfahne als i-Tüpfelchen bereitstellte.

Bei der Befestigung der Ringanker an der Turmkante kam eine Spezialpumpe zu Einsatz, mit der acht Kubikmeter Beton nach oben gefördert wurden. Diese Ringanker sollen das tonnenschwere Dach aufnehmen, das komplett am Boden errichtet wurde und mit einem Kran am 20. September 1996 auf seinen endgültigen Platz gehievt wurde. Bei dieser Aktion waren Rundfunk- und Fernsehanstalten zugegen. Am 3. Mai 1997 wurde der fertiggestellte Tylenturm mit einer großen Einweihungsfeier der Öffentlichkeit übergeben. Am Fuße des Turms hängt eine bronzene Gedenktafel, die an alle Beteiligten erinnert. Die Schützengilde betrachtete ihr Engagement als Vorleistung für das spätere Nutzungsrecht des Steinhauses (Gildehauses) in der Violinenstraße.

Streichseptett: Friedrich Weber, Werner Degowski, Friedhelm Brücher, Hans-Jürgen Jost, Thomas-Ludwig Tent, Alexander Weber, Florian Wilke

Hinweistafel am Nachbaushaus

Blick auf die Kilianskirche

Contischornstein und Nikolaikirche

Sachsenberger Landstraße

Musikschule an der Lengefelder Straße / Im Sack

25 Meter Wehrturm

Am Tylenturm (wo früher mal das Down Town stand)

 

die bronzene Gedenktafel